Der Dispositionskredit
23.05.2009 - 08:35 Uhr
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Girokontenbesitzern bietet der Dispositionskredit oder kurz
Dispokredit kurzfristig die Möglichkeit, über mehr Geld zu verfügen
als auf dem Konto zur Verfügung steht. Für welche Zwecke ein
Dispokredit genutzt werden kann und wie er sich von anderen
Kreditformen abgrenzt, erfahren Sie hier.
Was ist ein Dispokredit?
Mit dem Dispokredit räumen Banken ihren Kunden einen Kreditrahmen ein, bis zu dem sie ihr Girokonto gegen entsprechende Verzinsung überziehen dürfen. Somit wird er in der Regel in Verbindung mit einem Girokonto gewährt. Es handelt sich aber nur um einen Kreditrahmen, der vom Kunden ganz, nur teilweise oder aber auch gar nicht in Anspruch genommen werden kann. Die Zinszahlungen belaufen sich nur auf die vom Kunden in Anspruch genommene Summe.
Entgegen anderen Krediten gibt es beim Dispokredit keine mit der Bank vereinbarten Rückzahlungsraten. Der Kunde selbst bestimmt, wann und in welcher Höhe er den Dispokredit wieder zurückzahlt.
Im Vergleich zu anderen Kreditformen liegen die Zinssätze bei einem Dispokredit höher. Dies lässt sich im wesentlichen dadurch begründen, dass sich die kreditgebende Bank die Flexibilität der Rückzahlung entsprechend vergüten lässt. Die Zinshöhe ist abhängig vom Kreditinstitut und liegt in der Regel zwischen 8 und 15 Prozent.
Voraussetzungen für einen Dispo-Kredit
Man kann sich an seine kontoführende Bank wenden und um die Einräumung eines Dispokredits bitten. Die Bank entscheidet dann über die Gewährung des Dispos. Um ihn gewährt zu bekommen, muss der Kontoinhaber volljährig sein und über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, mit dem die Rückzahlung des Kredits gewährleistet ist. Zudem sollte das Konto bereits eine Zeit lang bestehen und ordnungsgemäß geführt sein. Sicherheiten muss der Kunde in der Regel nicht vorweisen.
Höhe des Dispokredits
Die Grenze liegt meist beim Dreifachen des monatlichen Nettoeinkommens, kann aber vom Kunden anders vereinbart werden, erläutert der Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel automatisch bei erneuter Deckung des Kontos etwa durch den nächsten Gehaltseingang.
Kündigung des Dispos
Die Bank kann eine Kündigung des Dispositionskredites kurzfristig aussprechen. Dies tut sie in der Regel dann, wenn sich die Zahlungseingänge auf dem Konto deutlich verändern, weil z.B. Arbeitslosengeld bezogen wird anstatt des bisherigen Gehalts.
Im folgenden ein Überblick über die aktuell gültigen Konditionen verschiedener Banken.
| Anbieter | Kontoname | Dispo-Zinssatz |
| DKB, Deutsche Kreditbank AG | DKB–Cash | 7,90 % |
| ING-Diba AG | Girokonto | 8,0 % |
| Deutsche Postbank AG | Giro extra Plus | 8,75 % |
| Weberbank Privatbankiers KGaA | Privatkonto | 9,25 % |
| Ziraat Bank International AG | Ziraat@ctiveBanking | 9,25 % |
| NetBank AG | Giro Allround | 9,50 % |
| comdirect bank AG | Girokonto | 9,70 % |
| Citibank Privatkunden AG & Co. KGaA | Citibest | 9,74 % |
| Volkswagen Bank direct | Girokonto | 10,12 % |
| 1822direkt | Girokonto | 10,25 % |
Wofür eignet sich ein Dispokredit?
Geeignet ist der Dispositionskredit laut Bankenverband nur für den kurzfristigen Geldbedarf. Zur längerfristigen Finanzierung größerer Anschaffungen sollten Bankkunden andere Kreditformen wie Raten- oder Rahmenkredite wählen. Deren Konditionen sind vergleichsweise günstiger. Zudem erfolgt die Tilgung beim herkömmlichen Ratenkredit in gleich bleibenden Monatsraten, die sich aus einem rückläufigen Zins- und einem steigenden Tilgungsteil zusammensetzen. Die Höhe der Raten wird vorher vereinbart, wodurch der Kunde Planungssicherheit erhält.
Quellen:
DPA
modern-banking.de
postbank.de
Quelle: freenet.de