Apple scheitert im Rechtsstreit mit Samsung
09.02.2012 - 13:04 Uhr
Der US-Technologiekonzern Apple ist vorerst mit dem Versuch
gescheitert, vor Gericht ein europaweites Verkaufsverbot für einen
neuen Tablet-Computer des südkoreanischen Konkurrenten Samsung zu
erwirken.
© Odd Andersen - AFP
Der US-Technologiekonzern Apple ist vorerst mit dem Versuch
gescheitert, vor Gericht ein europaweites Verkaufsverbot für einen
neuen Tablet-Computer des südkoreanischen Konkurrenten Samsung zu
erwirken. Das Landgericht Düsseldorf wies den Eilantrag Apples auf
ein Verkaufsverbot für das im Vergleich zum Vorgängermodell im
Design veränderte "Galaxy Tab 10.1 N" von Samsung zurück. Das
Modell unterscheidet sich nach Auffassung des Gerichts in seinem
Aussehen nun "hinreichend deutlich" von Apples iPad.
Im vergangenen Jahr hatte das Gericht den Verkauf der ersten
Version des "Galaxy Tab 10.1" noch vorläufig untersagt. Daraufhin
änderte Samsung das Design. Laut Gericht wurden der Rahmen an den
Querseiten verbreitert, die Lautsprecher nach vorne gezogen und der
"Samsung"-Schriftzug auf der Vorderseite deutlicher hervorgehoben.
Diese Änderungen reichten dem Gericht aus. Es sah keine
Schutzrechtsverletzung des von Apple eingetragenen Designs und auch
keinen Verstoß gegen Wettbewerbsrecht.
Apple vertritt laut Gericht die Ansicht, dass Samsung mit seinem
"Galaxy Tab 10.1 N" vor allem die "herausragende Bekanntheit der
iPad-Geräte in unlauterer Weise" ausnutze. Die Düsseldorfer Richter
entschieden jedoch, eine "Herkunftstäuschung" scheide schon deshalb
aus, weil potenzielle Käufer zwischen den bekannten Unternehmen
ohne weiteres unterscheiden könnten. Zudem könne bei dem neuen
Modell nicht mehr von einer nahezu identischen Nachahmung die Rede
sein.
Das Landgericht traf allerdings nur eine Entscheidung über den
Eilantrag von Apple. Die eigentliche Verhandlung über die Klage des
US-Konzerns beginnt erst im September. Die beiden Technologieriesen
streiten in mehreren Ländern vor Gericht.
Quelle: 2012 AFP